"Jetzt kaufen, später bezahlen" – mit Verschuldungsrisiko
von Nora Goll

Die parlamentarischen Vorstösse von Mahaim Raphael und Von Falkenstein Patricia vom Juni 2026, gemäss welchem der Bundesrat aufgefordert wurde, genauer zu untersuchen, welche Gefahren von sogenannten «Buy Now, Pay Later»-Angeboten im Onlinehandel ausgehen und ob die heutigen gesetzlichen Regeln noch ausreichen, wurde jüngst von der Zeitung Blick ins Rampenlicht gerückt. Da auch die Berner Schuldenberatung einerseits vermehrt journalistische Anfragen zu diesem Thema beantwortet und andererseits natürlich auch in der täglichen Arbeit immer wieder mit dem Thema in Berührung kommt, nehmen wir dies gerne zum Anlass, uns genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Was ist eigentlich Buy Now, Pay Later?
Bei Buy Now, Pay Later können Konsumentinnen und Konsumenten Waren sofort kaufen und die Bezahlung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben – beispielsweise durch eine Zahlung nach 30 Tagen oder über Ratenzahlungen. Funktional handelt es sich damit häufig um eine Form eines kurzfristigen Konsumkredits.
Politische Diskussion in der Schweiz
Mit den vorerwähnten Postulaten 26.3978 und 26.3999 «Vermeidung der Verschuldung durch "Buy now, pay later"-Angebote» soll der Bundesrat unter anderem klären:
- Wie hoch ist das tatsächliche Verschuldungsrisiko durch Buy Now, Pay Later?
- Sind jüngere Konsumentinnen und Konsumenten besonders gefährdet?
- Bestehen gesetzliche Lücken – insbesondere im Zusammenhang mit der CHF-500-Untergrenze des Konsumkreditgesetzes (KKG)?
- Wie kann bei wiederholter Nutzung eine wirksame Kreditfähigkeitsprüfung sichergestellt werden?
- Wären Einschränkungen für Jugendliche oder Personen mit bestehenden Betreibungen sinnvoll?
- Welche Präventionsmassnahmen sollen Buy Now, Pay Later-Anbieter übernehmen?
Warum ist das Thema relevant?
Buy Now, Pay Later-Angebote sind einfach, schnell und zunehmend verbreitet. Die Möglichkeit, eine Zahlung aufzuschieben oder in Raten zu begleichen, kann die Hemmschwelle für einen Kauf senken.
Dadurch besteht das Risiko, dass Konsumentinnen und Konsumenten finanzielle Verpflichtungen eingehen, ohne deren Auswirkungen auf ihr verfügbares Einkommen ausreichend zu berücksichtigen.
Neben den eigentlichen Zahlungsbeträgen entstehen zudem zusätzliche Gebühren, Zinsen oder weitere finanzielle Belastungen, welche den ursprünglichen Betrag erhöhen.
Das Verschuldungsrisiko liegt dabei nicht erst in der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Buy Now, Pay Later-Angebote. Bereits ein einzelner Kauf auf Rechnung oder in Raten kann zu einer finanziellen Belastung werden, wenn die spätere Zahlung das verfügbare Budget übersteigt. Mehrere solche Verpflichtungen können das Problem zusätzlich verschärfen.
Die Berner Schuldenberatung begrüsst deshalb die Vorstösse klar.
An dieser Stelle sei auch auf die Medienmitteilung der Schuldenberatung Schweiz verwiesen.
Gerne informieren wir euch weiterhin, falls sich Neuerungen zu diesem Thema ergeben.
Bildquelle: Twint/Swissbilling
