Corona: Was tun bei Zahlungsschwierigkeiten?

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Tipps der Berner Schuldenberatung

Die Corona-Krise hat vielen Privatpersonen Einkommenseinbussen und finanzielle Engpässe beschert. Viele Privatpersonen haben Mühe, die offenen Rechnungen zu begleichen. Nachfolgend einige Tipps und Erläuterungen des Beratungsteams der Berner Schuldenberatung.

Erstellen Sie ein Budget und eine Ausgabenkontrolle!
Budgetvorlagen finden Sie auf unserer Website (https://www.schuldeninfo.ch/uebersicht-rs.html). Verschaffen Sie sich einen möglichst guten Überblick über Ihre Ausgaben und führen Sie ein Haushaltsbuch oder halten Sie Ihre Ausgaben in einer entsprechenden App fest. Vergleichen Sie dann Ihre effektiven Ausgaben mit dem erstellten Budget, um Einsparungsmöglichkeiten zu erkennen.

Bezahlen Sie zuerst die Rechnungen, die für Ihre Lebensqualität wichtig sind!
In finanziell knappen Zeiten ist es besonders wichtig, die anstehenden Zahlungen zu priorisieren. Vorrang haben normalerwese die Wohnungsmiete, die Prämien und Kostenbeteiligungen der Krankenkasse, Alimente und Strom. Nehmen sie doch direkt mit dem Gläubiger Kontakt auf und versuchen Sie wenn nötig einen Zahlungsaufschub zu vereinbaren.

Schaffen Sie Ordnung!
Für viele Menschen sind die administrativen Aufgaben ein Graus. Die jetzige Zeit kann auch dazu genutzt werden, um ein System in der Papierablage zu schaffen und so zukünftige Abläufe zu vereinfachen und sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Auf unserer Website finden Sie einen Vorschlag für eine Organisation der wichtigsten Dokumente, viele Tipps und Tricks und kostenlose Vorlagen direkt zum Ausdrucken: https://www.schuldeninfo.ch/budgetcoach.html.

Füllen Sie die Steuererklärung 2019 aus!
Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung 2019 wurde für alle bis zum 15. September 2020 verlängert. Wir empfehlen Ihnen dennoch, jetzt die Zeit zu nutzen, um die nötigen Dokumente zusammenzustellen und die Steuererklärung auszufüllen oder ausfüllen zu lassen.

Bereits bestehende Schulden müssen unter Umständen warten!
Zahlen Sie zuerst die laufenden Ausgaben, bevor Sie Raten an alte Schulden bezahlen. Neue Schulden sind oft belastender und einschneidender als bereits bestehende Schulden. Nehmen Sie Kontakt mit den alten Gläubigern auf, schildern Sie Ihre Situation und versuchen Sie eine Pausierung der Ratenzahlung um einige Monate zu vereinbaren, bis sich die finanzielle Situation wieder normalisiert hat.

Leihen Sie kein Geld von Verwandten und Bekannten!
Sie setzen Freundschaften und Beziehungen einer Belastung aus, wenn Sie die Darlehen nicht rechtzeitig zurückbezahlen können. Ziehen Sie auch niemand anderen, durch Bürgschaften und Solidarhaftung, in Ihre Schulden mit hinein. Informieren Sie die Privatpersonen, denen Sie bereits Geld schulden, über Ihre Situation und erklären Sie ihnen, warum Sie Zahlungsschwierigkeiten haben.

Nehmen Sie keinen Kredit auf und bestellen Sie nichts auf Raten!
Gehen Sie sämtlichen verlockenden Angeboten für einen Konsumkredit aus dem Weg. Wer einen Konsumkredit aufnimmt, um Schulden abzuzahlen, macht in der Regel einen Schritt in die falsche Richtung. Ein Ratengeschäft belastet Ihr ohnehin schon knappes Budget mit zusätzlichen Verpflichtungen.

Bei laufenden Konsumkrediten: Nehmen Sie Kontakt mit dem Kreditinstitut auf!
Wenn die Rückzahlung eines bereits bestehenden Kredits nicht mehr möglich ist, nehmen Sie am besten Kontakt mit dem Kreditinstitut auf und versuchen Sie eine Stundung der Raten zu vereinbaren. Sofern Sie beim Vertragsabschluss eine Versicherung gegen Erwerbsausfall abgeschlossen haben, melden Sie sich bei der Versicherung (Versicherungsleistungen werden allerdings in der Regel nur unter sehr strengen Voraussetzungen erbracht).

Beantragen Sie finanzielle Hilfe!
Wenn Sie sich selbst in einer durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Notlage befinden und den auf der Webseite beschriebenen Kriterien entsprechen, so können Sie eine der folgenden Organisationen kontaktieren, mit denen die Glückskette für die Soforthilfe zusammenarbeitet. Auf den verlinkten Webseiten finden Sie die Regionalstellen für Ihren Wohnort:

Weitere Anlaufstellen für finanzielle Soforthilfe sind zum Beispiel das Projekt "I care for you" (icareforyou.ch/zaemefueralli/#1584952852657-4ab3df9c-f314), die Sozialfachstellen der reformierten und katholischen Kirchen oder der für Ihren Wohnort zuständige Sozialdienst.  

Wenden Sie sich an eine seriöse Schuldenberatungsstelle!
Wenn sich Ihr Budget wieder verbessert, ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, die Sanierung Ihrer Schulden in Angriff zu nehmen. Nehmen Sie deshalb frühzeitig Kontakt mit einer seriösen Schuldenberatungsstelle auf, um die Möglichkeiten zu besprechen.

Wenn Sie im Kanton Bern wohnen: Wenden Sie sich an die Berner Schuldenberatung!
Wer im Kanton Bern wohnt, bekommt unter der Telefonnummer 031'376' 10'10 jeweils vom Dienstag bis Donnerstag von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr eine erste Schuldenberatung durch eine Fachperson der Berner Schuldenberatung. Wenn Sie Unterstützung bei den einzelnen Schritten benötigen, zögern Sie nicht, sich frühzeitig bei uns zu melden. Die Berner Schuldenberatung ist auch jetzt für Sie da!

von Josephine Spicher


Im Kanton Bern wohnhafte Privatpersonen erreichen uns für eine telefonische Vorabklärung
Dienstag bis Donnerstag
von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Telefonnummer: 031 376 10 10


 

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